Nordic Skating: Die Nordic Walking Alternative für Adrenalinjunkies

Nordic Skating: Nordic Walking Alternative für Adrenalinjunkies

Nordic Skating ist eine erweiterte Form des Nordic Walkings auf Rollen mit sehr hoher Geschwindigkeit. (Quelle: Daniel Jedzura/shutterstock.com)

Nordic Skating ist eine Erweiterung des klassischen Nordic Walkings. Die Sportler sind dabei mit ihren Stöcken nicht zu Fuß, sondern auf Inline-Skates oder sogenannten Nordic Skates unterwegs. Und das sogar ziemlich schnell.

Die Kombination aus Nordic Walking Stöcken und Skates führt nämlich zu einer unglaublichen Beschleunigung. Das liegt an der Kombination aus den hervorragenden Rolleigenschaften der Inline-Skates, gepaart mit dem Boost, den Du durch das Abstoßen mit Deinen Stöcken erhältst.

Die Sportart, die alternativ auch als Nordic Blading oder Nordic Inline-Skating bezeichnet wird, ist letztendlich nichts anderes als eine Art Skilanglauf für den Sommer.

Wie ist Nordic Skating entstanden?

Nordic Skating kommt ursprünglich aus Finnland. Skilangläufer nutzen die Sportart gerne, um auch während der schneefreien Monate im Training zu bleiben.

Das war übrigens auch der ursprüngliche Gedanke beim klassischen Nordic Walking (siehe: Geschichte des Nordic Walking). Nordic Skating stellt natürlich eine deutliche Steigerung dar.

Wie funktioniert Nordic Skating?

Von Prinzip her entsprechen die Bewegungstechniken und Schrittvarianten des Nordic Blading denen des Skilanglaufs. Worin sich die beiden Sportarten unterscheiden ist, dass die Fersen beim Nordic Skating fest mit den Inline Skates verbunden sind.

Zu den Grundelementen zählt der Schlittschuhschritt ohne Stockeinsatz, bei dem die Abdruck- und Gleitphasen wechselseitig erfolgen. Er findet bei hoher Geschwindigkeit statt, wenn eine weitere Beschleunigung nicht mehr notwendig ist.

Ein weiteres Element ist der Halbschlittschuhschritt mit Doppelstockschub. Er erfolgt ohne Beinarbeit. Durch das gleichzeitige Aufsetzen und Heranziehen des Körpers an die Stöcke entsteht ein Schub, der in eine Schwungphase mündet.

Die verschiedenen Bewegungstechniken variieren je nachdem, ob der Schwerpunkt auf die Symmetrie oder auf die Aktivität der Arme gerichtet wird. Als Fachbegriffe seien hier das Diagonalskating für steile Anstiege genannt oder der Eintakter, bei dem jeder Schritt durch einen Doppelstockschub (1:1-Technik) ausgeführt wird. Bei der sogenannten 2:1-Technik findet dagegen nur bei jedem zweiten Beinabstoß ein Doppelstockschub statt.

Hilfreiche Tipps für Anfänger

Eines vorweg: Nordic Skating ist NICHT für ungeübte Anfänger geeignet. Ich rate Dir dringend, vor der Ausübung dieser Sportart einen entsprechenden Grundkurs zu absolvieren. Hier werden Bremstechniken und das Fahren von Kurven erlernt – beides absolute Grundvoraussetzungen für diese schnelle Sportart.

Kurse werden deutschlandweit von den Landesskiverbänden angeboten. Auch Sportvereine und Sportschulen haben mittlerweile häufig spezielle Kurse im Programm.

Anfänger sollten zu Beginn nur auf flachen, breiten und asphaltierten Straßen fahren, die genug Ausweichmöglichkeiten und Bewegungsfreiraum für die Stöcke bieten. Vorsicht auch bei Kanaldeckeln – in den Löchern können sich die Stockspitzen leicht verfangen.

Vor dem Start gilt es außerdem, Werkzeug und eine Ersatzrolle einzupacken.

Ebenfalls wichtig: Stöcke sind keine Bremsen – die Unfallgefahr wäre zu groß.

Welche Ausrüstung benötigst Du beim Nordic Skating?

Beim Nordic Skating gibt es – abgesehen von den Schutzmaßnahmen – drei elementare Ausrüstungsteile, auf die Du auf keinen Fall verzichten kannst.

1. Inline-Skates bzw. Nordic Skates

Auf glattem, befestigtem Untergrund wird Nordic Blading mit Inline-Skates oder speziellen Nordic Skates durchgeführt, die mit drei bis fünf Rollen aus Polyurethan oder Vollgummi ausgestattet sind. Bevorzugt werden hier Soft- oder Speed-Skates mit einem Durchmesser von 80 bis 100 Millimetern eingesetzt.

2. Nordic Walking Stöcke

Die Suche nach geeigneten Nordic Walking Stöcken stellt Sportler vor die Entscheidung, ob sie sich für Carbon, Aluminium oder doch lieber für ein Carbon/Fiberglas-Gemisch entscheiden sollen. Alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

  • Material
    Während ein Carbonrohr sehr leicht und steif ist, bricht ein Aluminiumrohr seltener und ist günstiger in der Anschaffung. Dafür ist ein Rohr aus Aluminium entsprechend schwerer. Ausführungen mit einem hohen Fieberglasanteil weisen eine relativ geringe Härte auf und sind deshalb nur bedingt für diese Sportart geeignet.
  • Stocklänge
    Beim Kauf stellt sich zudem die Frage wie lang Nordic Skating Stöcke sein müssen. Um die Stocklänge zu ermitteln, ist folgende Formel hilfreich: Körpergröße in Zentimetern x 0,9 + 2,5 Zentimeter. Bitte beachte: Das ist NICHT dieselbe Formel wie beim Nordic Walking!
  • Griffe
    Der Handel bietet Walking Stöcke mit verschiedenen Griffvarianten. Günstiger in der Anschaffung sind Griffe aus Kunststoff oder Gummi. Qualitativ hochwertiger – und damit entsprechend teurer – sind Griffe mit Korkeinsatz. Diese haben den unschlagbaren Vorteil, dass sie Schweiß besser aufnehmen.
    Auf diese Weise wird Reibung reduziert und so die Bildung von Blasen und offenen Stellen vermieden. Letzten Endes hat jedoch das Tragen entsprechender Handschuhe bei den günstigen Varianten den gleichen Effekt.
  • Griffschlaufen
    Bezüglich der Griffschlaufen besteht die Wahl zwischen einem klassischen Klemmmechanismus und einem Schlaufensystem mit Klettverschluss. Die zweite Variante gilt als deutlich angenehmer und bietet neben einer besseren Stockführung auch eine sehr viel individuellere Anpassungsfähigkeit.
  • Spitze
    Im Unterschied zu Langlaufstöcken sollte auf eine scharfe Spitze aus Hartmetall geachtet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Stock auf harten Untergründen wie Asphalt und Beton gut haftet und ein sicheres Abstoßen ohne Abrutschen ermöglicht. Nordic Walking Pads bzw. Gummipuffer sorgen für eine gute Dämmung und reduzieren die Lautstärke.

3. Sportbrille

Die Kombination aus Skates und Nordic Walking Stöcken führt zu einer solch hohen Geschwindigkeit, dass Deine Augen durch den Fahrtwind zu tränen beginnen. Deshalb ist das Tragen einer Sportbrille absolut unerlässlich.

Welche Schutzmaßnahmen absolut notwendig sind

Sicherheit ist bei einer Sportart auf Rollen unverzichtbar. Insbesondere aufgrund der hohen Geschwindigkeit, die Du erreichen kannst. Um im Falle eines Sturzes schweren Verletzungen vorzubeugen, ist das Tragen einer Schutzausrüstung notwendig.

  • Helm
  • Knieschoner
  • Ellenbogenschoner
  • Handgelenkschoner
  • Protektoren, um von anderen gesehen zu werden

Wie sich Nordic Blading positiv auf Deinen Körper auswirkt

Nordic Blading ist aus gesundheitlicher Sicht eine hervorragende Sportart – sofern es nicht zu Unfällen kommt.

Du trainierst dabei sowohl Deine Kraft als auch Deine Ausdauer. Außerdem ist die Sportart schonend für die Gelenke. Die Bewegungsabläufe beim Nordic Blading beanspruchen circa 95 Prozent Deiner Muskulatur.

Auf diese Weise verbrennst Du nicht nur viele Kalorien, sondern trainierst auch wichtige Muskelpartien.

Das konstante Wechselspiel zwischen Bauch- und Rückenmuskulatur wirkt sich zudem positiv auf Deine Wirbelsäulenmuskulatur aus. Von vielen Sportlern wird insbesondere die gleichmäßige Belastung des gesamten Körpers als besonders angenehm empfunden.

So erweist sich Nordic Blading als ideales und ganzheitliches Trainingsprogramm.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 07. Januar 2021 aktualisiert.
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Ich heiße Thomas und betreibe den Sport Nordic Walking mittlerweile seit über 5 Jahren. Du hast Fragen oder möchtest Kritik oder Feedback abgeben? Dann kontaktiere mich doch einfach über das Kontaktformular.