Bauchschmerzen beim Nordic Walking: Alles, was Du darüber wissen solltest

Bauchschmerzen beim Nordic Walking: Alles, was Du darüber wissen solltest

Unter bestimmten Umständen treten bei manchen Menschen Bauchschmerzen beim Nordic Walking auf. Was Du darüber wissen solltest, erfährst Du hier. (Quelle: De Monstera Studio/shutterstock.com)

Überbelastung, eine falsche Ernährung oder die ungewohnte Belastung können bei manchen Menschen zu Bauchschmerzen beim Nordic Walking führen. Wie sich die Symptome im Detail bemerkbar machen und welche Ursachen es dafür geben kann, erfährst Du hier. Ich gehe außerdem auf Gegenmaßnahmen und Vorbeugung ein.

Symptome: So äußern sich Bauchschmerzen beim Nordic Walking

Bauchschmerzen beim Nordic Walking treten gar nicht so selten auf. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Runner’s Diarrhea oder dem Runner’s Trots. Wenn beim Laufen oder Gehen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auftreten, dann zeigen sich oft die folgenden Symptome:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Seitenstechen
  • Sodbrennen
  • Bauchkrämpfe

Ursachen für Bauchschmerzen beim Ausdauersport

Die häufigsten Ursachen für Bauchschmerzen sind Überbelastung und Fehlernährung. Aber auch die permanenten Erschütterungen beim Laufen setzen Magen und Darm zu und können zu Sodbrennen und anderen Beschwerden führen.

1. Überbelastung

Von massiven Magen-Darm-Beschwerden sind vor allem Ausdauersportler betroffen, die viel und intensiv trainieren. So brach Yohann Diniz – einstiger Weltrekordhalter im Gehen – anlässlich der Olympischen Spiele 2016 mehrfach mit Magenkrämpfen zusammen und bekam nach rund 30 Kilometern heftigen Durchfall.

Sportwissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bis zu 90 Prozent aller Ausdauerathleten schon einmal unter Magen-Darm-Beschwerden litten. Je länger die zurückgelegte Distanz, desto höher die Belastung für die Verdauungsorgane. Frauen leiden häufiger darunter als Männer.

Warum ist das so?

Darmstörungen und Durchfälle sind oft eine Folge der veränderten Durchblutung des Magen-Darm-Traktes bei hoher sportlicher Leistung. Durch die Aktivierung des sympathischen Nervensystems verbessert sich die Durchblutung von Haut, Lunge, Herz und Muskeln. Das Blut gelangt in die stark beanspruchten Teile des Körpers und fehlt somit in anderen Bereichen wie dem Magen- und Darmtrakt.

Der Sauerstoffmangel im Magen-Darm-Trakt löst eine ganze Reihe von Reaktionen aus. Die schlechter durchbluteten Schleimhäute nehmen weniger Nährstoffe auf und verlieren ihre natürliche Schutzfunktion gegen bakterielle Giftstoffe. Die Giftstoffe dringen in die Blutgefäße ein und sorgen somit für eine heftige Immunreaktion. Das wiederum verursacht Übelkeit, Erbrechen und Bauchweh.

Außerdem nimmt die Beweglichkeit der Darmmuskulatur ab. Infolgedessen stoppt der Weitertransport des Nahrungsbreis. Die Stauungen verursachen schmerzhafte Krämpfe.

Durch den Abzug von Blut zum Zweck der Versorgung der Laufmuskulatur reduziert sich die Sauerstoffzufuhr im Darm. Der minderdurchblutete Darm ist nicht mehr dazu in der Lage, den flüssigkeitsreichen Inhalt zu verwerten. Dieser drängt letztendlich durch die Erschütterungen nach außen. Der Sportler bekommt Durchfall.

Die Auswirkungen einer Runner’s Colitis

Durch die Minderdurchblutung oder den Komplettausfall der Sauerstoffversorgung entstehen im schlimmsten Fall löchrige Gewebeschäden. Es sterben Zellen ab und auch Blutungen sind möglich. Eine solch akute Entzündung der Darmoberfläche nennt man im Englischen Runner’s Colitis. Der Sportler leidet an heftigen und manchmal auch blutigen Durchfällen.

Saures Aufstoßen

Viele leistungsorientierte Nordic Walker leiden auch an Refluxproblemen wie einem brennenden Gefühl im Rachen und hinter dem Brustbein durch Aufstoßen von saurem Mageninhalt. Die Probleme erzeugen wiederum ein unangenehmes Sodbrennen. Folgen davon sind oft auch Heiserkeit und Hustenreiz.

2. Falsche Ernährung

Die eingeschränkte Beweglichkeit von Zwölffingerdarm und Magen behindert eine rasche Entleerung der aufgenommenen Nahrung. Folgende Nahrungs- und Genussmittel, aber auch Medikamente verstärken das Leiden:

3. Seitenstechen

Seitenstechen tritt zumeist während, manchmal aber auch kurz nach dem Training auf. Dabei handelt es sich um einen stechenden Schmerz in der seitliche Bauchregion. Das Stechen zeigt sich zumeist einseitig, entweder rechts im Bereich der Leber oder links im Bereich der Milz. Das Seitenstechen ist zwar unangenehm, aber an und für sich harmlos.

Die Ursachen sind noch nicht ausreichend geklärt. Man nimmt an, dass das Zwerchfell bei der Entstehung von Seitenstechen eine Rolle spielt. Bei intensivem Training erfolgt die Atmung tiefer und schneller. Das belastet wiederum das Zwerchfell. Im Zusammenspiel mit Sauerstoffmangel entstehen dann die krampfartigen Schmerzen.

Einer zweiten Theorie zufolge führt die Mehrdurchblutung der Milz zu deren Anschwellen. Dadurch dehnt sich das Bauchfell, was die unangenehmen Schmerzen verursacht.

Die Ursachen von Seitenstechen

Manche Wissenschaftler machen die Mangeldurchblutung der Organe für das Seitenstechen verantwortlich. Infolgedessen nimmt die Blutzufuhr in Milz und Leber ab und es kommt zu einer Verformung der schmerzempfindlichen Milz- und Leberkapsel.

Beobachtungen zufolge leiden vor allem jene Menschen besonders häufig an Seitenstechen, die nach einer üppigen Mahlzeit sofort loswalken. Wer sich mit vollem Bauch anstrengt, verstärkt die Probleme, die die Blutumverteilung vom Magen zu den Muskeln hervorruft.

Gegenmaßnahmen: Das kannst Du gegen auftretende Bauchschmerzen tun

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und plagen Dich während des Trainings plötzlich Schmerzen, dann kann Folgendes helfen:

  • Geschwindigkeit drosseln
  • Pause einlegen
  • Regelmäßig und tief in den Bauch atmen
  • Bauch sanft massieren
  • Blase und Darm entleeren

Bei Seitenstechen:

  • Zusätzlich Arme hochnehmen und aufrichten
  • Hände auf schmerzende Stelle drücken

Bei Durchfall:

  • Einnahme von Kohletabletten

Vorbeugung: So vermeidest Du Bauchschmerzen beim Nordic Walking

Es gibt einige Verhaltensweisen, an die Du Dich halten solltest, wenn Du Bauchschmerzen in Zukunft vermeiden möchtest:

  • Leistung langsam steigern
    Eine allmähliche Steigerung der Trainingsintensität ermöglicht Deinem Körper, die Durchblutung langsam an die steigende Leistung anzupassen. Auffällig ist dabei der Übungseffekt. Bei Ausdauersportlern, die regelmäßig trainieren, funktioniert dieser Umverteilungsprozess besser.
  • Überforderung vermeiden
    Wenn Du Deinen Körper beim Nordic Walking überforderst und Dir selbst zu viel Leistung abverlangst, kann es passieren, dass Dein Verdauungssystem der Belastung nicht mehr standhält. Lass es deshalb ruhig angehen und reduziere Dein Tempo, wenn sich erste Beschwerden bemerkbar machen.
  • Nicht mit vollem Magen walken
    Ein prallgefüllter Magen wirkt sich ebenfalls ungünstig aus. Esse deshalb mindestens zwei Stunden vor dem Training nichts mehr oder nur noch eine Kleinigkeit. Natürlich sollte die Fastenzeit vor dem Training auch nicht zu lange dauern.
  • Nach Möglichkeit vorher den Darm entleeren
    Entleere nach Möglichkeit Deinen Darm vor dem Training und gehe auf die Toilette.
  • Verzicht auf bestimmte Genuss-, Nahrungs- und Arzneimittel
    Achte auf Deine Ernährung und versuche, mit dem Rauchen aufzuhören. Trinke vor dem Training weder Kaffee noch Alkohol und verzichte auf fett-, zucker- und stärkehaltige Nahrung. Ballaststoffhaltige und stark blähende Lebensmittel führen ebenfalls zu Unwohlsein. Verzichte deshalb auf den Verzehr von Hülsenfrüchten, Zwiebeln, Kohl und rohem Gemüse.
  • Verzicht auf Magnesium- und Eisentabletten
    Verzichte auf Nahrungsergänzungsmittel, die viel Magnesium oder Eisen enthalten. Eisen führt unter Umständen zu Krämpfen. Magnesium entspannt die glatte Muskulatur und verstärkt somit Magen-Darm-Probleme.
  • Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
    Trinke vor dem Nordic Walking regelmäßig, aber nicht zu große Mengen auf einmal. Vor allem nicht unmittelbar vor dem Training. Es ist wichtig, dass Dein Körper gut hydriert ist.
  • Gutes Schuhwerk verwenden
    Auch die rhythmischen Schrittbewegungen beim Nordic Walking irritieren Darm und Magen. In manchen Fällen helfen gut gedämpfte Nordic Walking Schuhe oder das Laufen auf weichem Untergrund.

Natürlich ist es mehr als unwahrscheinlich, dass alle hier genannten Maßnahmen auf Dich zutreffen. Im Endeffekt musst Du ein wenig herumprobieren und testen, woran es bei Dir liegt und was in Deinem speziellen Fall dagegen hilft.

Fazit: Bauchschmerzen beim Nordic Walking

Wie Du siehst, treffen die Bauchschmerzen beim Ausdauersport nicht nur Anfänger, sondern auch professionelle Athleten. Wenn Du ebenfalls darunter leidest, weißt Du jetzt, was Du dagegen tun kannst und wie Du das Auftreten in Zukunft verhindern kannst. Ganz wichtig ist dabei herauszufinden, woran es in Deinem speziellen Fall liegt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Februar 2021 aktualisiert.
Wer schreibt hier?

Ich heiße Thomas und betreibe den Sport Nordic Walking mittlerweile seit über 5 Jahren. Du hast Fragen oder möchtest Kritik oder Feedback abgeben? Dann kontaktiere mich doch einfach über das Kontaktformular.