Nordic Walking: Der naturnahe und entspannende Ausdauersport

Nordic Walking: Der naturnahe und entspannende Ausdauersport

Nordic Walking ist nicht nur etwas für ältere Semester. Ich zeige Dir auf dieser Website, was ich an der naturnahen Ausdauersportart so liebe. (Quelle: Jacek Chabraszewski/shutterstock.com)

Bei Nordic Walking handelt es sich um eine Ausdauersportart, deren Kernelement aus schnellem, rhythmischem Gehen mithilfe zweier Stöcke besteht. Nordic Walking ist dabei eine Abart des klassischen Walkings, das ohne Stöcke auskommt.

Der Ausdauersport ist sowohl für trainierte Sportler als auch für untrainierte Menschen geeignet, da man die Intensität der Bewegung selbst bestimmen kann. Das Alter spielt ebenfalls keine Rolle – sowohl junge als auch alte Menschen können guten Gewissens zu den Stöcken greifen und somit ihrem Körper und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun.

Ich persönlich habe Anfang 2016 mit dem Sport angefangen, wobei ich vor allem die frische Luft und das Naturerlebnis zu schätzen gelernt habe.

Wie funktioniert Nordic Walking?

Nordic Walking basiert auf einem zyklischen Bewegungsablauf, der fest vorgegeben ist. Die meisten Nordic Walker, die man in der freien Natur sieht, gehen allerdings nur mit ihren Stöcken spazieren und achten kein bisschen auf die richtige Technik. Doch dazu später mehr.

Der Bewegungsablauf setzt sich vor allem aus den folgenden Regeln zusammen:

  • Der rechte Stock berührt den Boden, wenn die linke Verse aufsetzt
  • Der linke Stock berührt den Boden, wenn die rechte Verse aufsetzt
  • Die Stöcke berühren den Boden in einem flachen Winkel
  • Man stößt sich mithilfe der Stöcke ab, sodass man schneller wird
  • Die Stöcke führst Du unterhalb des Körperschwerpunktes
  • Die Hand öffnest Du beim Abstoßen;der Druck erfolgt per Handgelenk auf die Schlaufe
  • Wenige Momente später wird die Hand wieder geschlossen

Was sind die gesundheitlichen Vorteile des Sports?

Der große Vorteil von Nordic Walking ist die unbegrenzte Anpassungsmöglichkeit der Intensität. Sprich: Sowohl völlig untrainierte Menschen, die noch nie in ihrem Leben Sport getrieben haben – als auch Profi-Sportler – kommen hier auf ihre Kosten.

Wer sich bisher gar nicht bewegt hat, der läuft nicht Gefahr, sich Verletzungen zuzuziehen. Stattdessen kann man die Intensität mit der Zeit steigern und wird somit immer sportlicher. Die Sportart ist deshalb das ideale Fitness-Programm.

Die Vorteile für die Gesundheit liegen dabei auf der Hand:

  • Fördert den Fettabbau
  • Aktiviert den Stoffwechsel
  • Man kommt an die frische Luft
  • Baut Muskelmasse auf
  • Verbessert die Kondition
  • Löst unangenehme Verspannungen
  • Verbessert das allgemeine Wohlbefinden
  • Baut Stress ab
  • Stärkt das Immunsystem
  • Trainiert das Herz-Kreislauf-System

Welche Muskelgruppen werden beansprucht?

Im Gegensatz zum herkömmlichen Walking oder gar zum Spazierengehen, wird beim Nordic Walking zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers miteinbezogen. Auf diese Weise verteilt sich der Druck beim Laufen nicht vollständig auf die Beine, sondern auf den gesamten Körper und insbesondere auf die Arme. Insgesamt werden beim Nordic Walking rund 90 Prozent aller Muskeln angesprochen.

Aufgrund der Benutzung der Stöcke existiert der Irrglaube, dass die Gelenke beim Nordic Walking weniger beansprucht werden, als beim herkömmlichen Spazierengehen. Das ist allerdings nicht der Fall. Die Gelenke werden durchaus gefordert, allerdings kann man die Trainingsintensität langsam steigern, sodass sich die Gelenke mit der Zeit an den Sport gewöhnen können.

Insgesamt gesehen ist Nordic Walking anstrengender als normales Walken, da man – aufgrund der Einbeziehung des gesamten Oberkörpers – circa 5 Prozent mehr Sauerstoff verbraucht.

Welche Ausrüstung benötigt man für den Sport?

Nordic Walking hat einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Sportarten: Man benötigt grundsätzlich erst einmal nur die Stöcke. Alle weiteren Zubehörteile, die ich Dir im Folgenden vorstellen werde, sind optional.

  • Stöcke
    Die Nordic Walking Stöcke stellen natürlich das A und O der Sportart dar, da sie ohne dieses Zubehör nicht ausgeführt werden könnte. Sie bestehen aus leichten Materialien, die dazu in der Lage sind, Schwingungen durch das Abstoßen vom Boden abzudämpfen. Wichtige Komponenten von Nordic Walking Stöcken sind die Handschlaufen und die Pads, die man am unteren Ende des Stockes befestigt. Besonders wichtig ist es, die individuell passende Stocklänge zu finden.
  • Schuhe
    Beim Nordic Walking werden dieselben Schuhe verwendet, die auch beim herkömmlichen Walken zum Einsatz kommen. Die Sohle ist dabei leicht abgerundet, um dem Sportler ein vernünftiges Abrollen zu ermöglichen. Von Laufschuhen solltest Du absehen, da man sie für eine ganz andere Art der Bewegung konzipiert hat.
  • Weitere Sportbekleidung
    Die weitere Sportbekleidung solltest Du an das Wetter und die Gegebenheiten Deiner Strecke anpassen. Empfehlenswert ist Kleidung, die den Schweiß nach draußen transportiert und gut vor Wind schützt. Im Winter kann ich Dir nur Ohrenschützer und Handschuhe ans Herz legen.

Wo kann man am besten laufen?

Die verschiedenen Gummipuffer für die Nordic Walking Stöcke sorgen dafür, dass man sich in so gut wie jedem Gelände vernünftig fortbewegen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strecke asphaltiert, bergig oder naturnah mit Erde und Gras ist.

Ich persönliche bevorzuge asphaltierte Wanderwege, auf denen nicht viele Fahrräder unterwegs sind. Der Asphalt sorgt dafür, dass ich mich in einem guten Tempo und ohne Unterbrechungen bewegen kann. Ich mag es einfach, mich in den rhythmischen Bewegungen des Nordic Walkings zu vertiefen. Darum mag ich auch keine Fahrräder: Wenn man auf einem engen Weg zu zweit unterwegs ist, muss einer immer Platz machen und gerät somit aus dem Rhythmus.

In ganz Europa existieren mittlerweile außerdem zahlreiche Nordic Walking Parks, die aus verschiedenen Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestehen.

Was sagen kritische Stimmen über die Sportart?

Viele Nordic Walker – insbesondere ältere Semester – gehen lediglich mit ihren Stöcken spazieren. Sie behandeln sie dabei eher wie Wanderstöcke und schleichen so durch die Gegend. Das hat natürlich nur wenig mit echtem Nordic Walking zu tun, allerdings sollte man dieses Verhalten auch nicht kritisieren. Immerhin kommen diese Personen somit an die frische Luft und bewegen sich überhaupt.

Des Weiteren kritisieren vor allem herkömmliche Walker die Ausdauersportart, da sie die Stöcke als unnötig empfinden. Sie beschimpfen die Sportart daher oft als Trend, der durch die Hersteller künstlich herbeigeführt wurde.

Ist Nordic Walking nicht eine Sportart für alte Leute?

Ich muss zugeben: Ich bin Jahrgang 1987 und ich habe mich das erste Mal dafür geschämt, Nordic Walking zu betreiben. Ich bin mit meiner Freundin sogar an einen fremden Ort gefahren, um es auszuprobieren. Auch kenne ich deutlich ältere Menschen, denen es zu peinlich ist, die Stöcke in die Hand zu nehmen.

Nach den ersten ein bis zwei Läufen gewöhnt man sich jedoch an die Bewegung und merkt, dass es unheimlich viel Spaß macht. Mittlerweile trage ich die Stöcke mit Stolz!

Wie hat sich die Sportart Nordic Walking entwickelt?

Lange bevor Nordic Walking zu einer eigenen Sportart wurde, dienten die gleichen Bewegungen bereits als spezielles Training für Skilangläufer in der Sommerpause. Erst später wurde Nordic Walking als eigene Sportart definiert – die ersten 20 Jahre allerdings noch ohne die passende Bezeichnung.

  • 1979: Definiton als Sportart
    Im Jahr 1979 wurde die Technik durch den Finnen Mauri Repo als eigene Sportart definiert. In seinem Werk Hiihdon lajiosa erklärt er die Grundlagen, die Technik und die körperlichen und psychischen Vorteile, die man aus der Bewegung ziehen kann.
  • 1997: Start der Zubehörproduktion
    Im Jahr 1997 hat die finnische Firma Exel die ersten Stöcke produziert. Ich gehe davon aus, dass die Sportler zuvor Skistöcke verwendet haben.
  • 1999: Offizielle Benennung
    Erst ab dem Jahr 1999 wurde die Sportart offiziell als Nordic Walking bezeichnet.

Wie Du sehen kannst, wurde Nordic Walking zwar noch nicht von den alten Römern praktiziert, allerdings ist die Sportart älter als Du vermutlich gedacht hast.