Nordic Walking Guide - Der unabhängige Ratgeber über Nordic Walking

Nordic Walking: Mit zwei Stöcken durch die Natur

Nordic Walking Guide: Wie Du mit zwei Stöcken die Natur erkundestBei Nordic Walking handelt es sich um eine Ausdauersportart, deren Kernelement aus schnellem, rhythmischem Gehen mithilfe zweier Stöcke besteht. Hierbei handelt es sich um eine Abart des klassischen Walkings, das ohne Stöcke auskommt.

Die Ausdauersportart ist sowohl für trainierte Sportler als auch für untrainierte Menschen geeignet, da man die Intensität der Bewegung selbst bestimmen kann. Das Alter spielt dabei ebenfalls keine Rolle – sowohl junge als auch alte Menschen können guten Gewissens zu den Stöcken greifen und somit ihrem Körper und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun.

Ich persönliche betreibe Nordic Walking seit Anfang 2016 mit meiner Freundin und schätze dabei vor allem die frische Luft und das Naturerlebnis. Man kann quasi an jeden naturbelassenen Ort fahren, und diesen mithilfe seiner Stöcke erkunden.

Auf dieser Website möchte ich meine Erfahrungen in Bezug auf Nordic Walking mit Dir teilen. 

Wie funktioniert Nordic Walking?

Nordic Walking basiert auf einem zyklischen Bewegungsablauf, der fest vorgegeben ist. Die meisten Hobby-Athleten, die man in der freien Natur erspähen kann, gehen allerdings lediglich mit ihren Stöcken spazieren und achten kein bisschen auf die richtige Technik. Doch dazu später mehr.

Der Bewegungsablauf beim Nordic Walking setzt sich vor allem aus den folgenden Regeln zusammen:

  • Der rechte Stock berührt den Boden, wenn die linke Verse aufsetzt.
  • Der linke Stock berührt den Boden, wenn die rechte Verse aufsetzt.
  • Die Stöcke berühren den Boden in einem flachen Winkel.
  • Man stößt sich mithilfe der Stöcke ab, sodass man schneller wird.
  • Die Stöcke werden unterhalb des Körperschwerpunktes geführt.
  • Die Hand wird beim Abstoßen geöffnet; der Druck erfolgt per Handgelenk auf die Schlaufe.
  • Wenige Momente später wird die Hand wieder geschlossen.

Welche gesundheitlichen Vorteile bringt die Sportart mit sich?

Der große Vorteil von Nordic Walking ist die unbegrenzte Anpassungsmöglichkeit der Intensität. Sprich: Sowohl völlig untrainierte Menschen, die noch nie in ihrem Leben Sport getrieben haben, als auch Profi-Sportler kommen beim Nordic Walking auf ihre Kosten.

Wer sich bisher gar nicht bewegt hat, der läuft beim Nordic Walking nicht Gefahr, sich Verletzungen zuzuziehen. Stattdessen kann man die Intensität mit der Zeit steigern und wird somit immer sportlicher. Nordic Walking ist deshalb das ideale Fitness-Programm.

Die Vorteile für die Gesundheit liegen dabei auf der Hand:

  • Fördert den Fettabbau
  • Aktiviert den Stoffwechsel
  • Man kommt an die frische Luft
  • Baut Muskelmasse auf
  • Verbessert die Kondition
  • Löst unangenehme Verspannungen
  • Verbessert das allgemeine Wohlbefinden
  • Baut Stress ab
  • Stärkt das Immunsystem
  • Trainiert das Herz-Kreislauf-System

Welche Muskelgruppen werden beansprucht?

Beim Nordic Walking wird die gesamte Muskulatur beanspruchtIm Gegensatz zum herkömmlichen Walking oder gar zum Spazierengehen, wird beim Nordic Walking die Muskulatur des Oberkörpers miteinbezogen. Auf diese Weise verteilt sich der Druck beim Laufen nicht vollständig auf die Beine, sondern auf den gesamten Körper und insbesondere auf die Arme. Insgesamt werden beim Nordic Walking rund 90 Prozent aller Muskeln angesprochen.

Ich persönliche merke es vor allem im Trizeps, in den Schultern und im Rücken.

Aufgrund der Benutzung der Stöcke existiert der Irrglaube, dass die Gelenke beim Nordic Walking weniger beansprucht werden, als beim herkömmlichen Spazierengehen. Das ist allerdings nicht der Fall. Die Gelenke werden durchaus gefordert, allerdings kann man die Trainingsintensität langsam steigern, sodass sich die Gelenke mit der Zeit an den Sport gewöhnen können.

Insgesamt gesehen ist Nordic Walking anstrengender als normales Walken, da man – aufgrund der Einbeziehung des gesamten Oberkörpers – circa 5 Prozent mehr Sauerstoff verbraucht.

Welche Ausrüstung wird für Nordic Walking benötigt?

Nordic Walking hat einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Sportarten: Man benötigt grundsätzlich erst einmal nur die Stöcke. Alle weiteren Zubehörteile, die ich Dir im Folgenden vorstellen werde, sind optional.

  • Nordic-Walking-Stöcke
    Die Stöcke stellen natürlich das A und O des Nordic Walkings dar, da die Sportart ohne dieses Zubehör nicht ausgeführt werden könnte. Sie bestehen aus leichten Materialien, die dazu in der Lage sind, Schwingungen durch das Abstoßen vom Boden abzudämpfen. Wichtige Komponenten von Nordic-Walking-Stöcken sind die Handschlaufen und die Pads, die man am unteren Ende des Stockes befestigt. Besonders wichtig ist es, die richtige, individuelle Stocklänge zu finden.
  • Nordic-Walking-Schuhe
    Beim Nordic-Walking werden dieselben Schuhe verwendet, die auch beim herkömmlichen Walken zum Einsatz kommen. Die Sohle ist dabei leicht abgerundet, um dem Sportler ein vernünftiges Abrollen zu ermöglichen. Ich persönliche verwende normale Laufschuhe, die mich allerdings noch nie vom Nordic Walken abgehalten haben.
  • Weitere Sportbekleidung
    Die weitere Sportbekleidung sollte an das Wetter und die Gegebenheiten Deiner Strecke angepasst werden. Empfehlenswert ist Kleidung, die den Schweiß nach draußen transportiert und gut vor Wind schützt. Im Winter kann ich Dir nur Ohrenschützer und Handschuhe ans Herz legen.

Wo kann man am besten laufen?

Nordic Walking kannst Du so gut wie überall betreibenDie verschiedenen Aufsätze für die Nordic-Walking-Stöcke sorgen dafür, dass man sich in so gut wie jedem Gelände vernünftig fortbewegen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strecke asphaltiert, bergig oder naturnah mit Erde und Gras ist.

Ich persönliche bevorzuge asphaltierte Wanderwege, auf denen nicht viele Fahrräder unterwegs sind. Der Asphalt sorgt dafür, dass ich mich in einem guten Tempo und ohne Unterbrechungen bewegen kann. Ich mag es einfach, mich in den rhythmischen Bewegungen des Nordic Walkings zu vertiefen. Darum mag ich auch keine Fahrräder: Wenn man auf einem engen Weg zu zweit unterwegs ist, muss einer immer Platz machen und gerät somit aus seinem Rhythmus.

In Europa existieren mittlerweile außerdem zahlreiche Nordic-Walking-Parks, die aus verschiedenen Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestehen. Ich kam bisher leider nicht dazu, einen solchen Park zu besuchen.

Was sagen kritische Stimmen zum Thema Nordic Walking?

Viele Nordic Walker – insbesondere ältere Semester – gehen lediglich mit ihren Stöcken spazieren. Sie behandeln sie dabei eher wie Wanderstöcke und schleichen so durch die Gegend. Das hat natürlich nur wenig mit echtem Nordic Walking zu tun, allerdings sollte man dieses Verhalten auch nicht kritisieren. Immerhin kommen diese Personen somit an die frische Luft und bewegen sich überhaupt.

Des Weiteren kritisieren vor allem herkömmliche Walker die Ausdauersportart, da sie die Stöcke als unnötig empfinden. Sie beschimpfen Nordic Walking daher oft als Trend, der durch die Hersteller künstlich herbeigeführt wurde.

Ist Nordic Walking nicht eine Sportart für alte Leute?

Ich muss zugeben: Ich bin Jahrgang 1987 und ich habe mich das erste Mal dafür geschämt, walken zu gehen. Wir sind sogar mit dem Auto woanders hingefahren, um es auszuprobieren. Auch kenne ich deutlich ältere Menschen, denen es zu peinlich ist, die Stöcke in die Hand zu nehmen.

Nach den ersten ein bis zwei Läufen gewöhnt man sich jedoch an die Bewegung und merkt, dass es unheimlich viel Spaß macht. Mittlerweile trage ich die Stöcke mit Stolz! 

Wie hat sich die Sportart Nordic Walking entwickelt?

Lange bevor Nordic Walking zu einer eigenen Sportart wurde, dienten die gleichen Bewegungen bereits als spezielles Training für Skilangläufer im Sommer. Erst später wurde Nordic Walking als eigene Sportart definiert – die ersten 20 Jahre allerdings noch ohne den Begriff „Nordic Walking„.

  • 1979: Definiton als Sportart
    Im Jahr 1979 wurde die Nordic-Walking-Technik durch den Finnen Mauri Repo als eigene Sportart definiert. In seinem Werk „Hiihdon lajiosa“ erklärt er die Grundlagen, die Technik und die körperlichen und psychischen Vorteile, die man aus der Bewegung ziehen kann.
  • 1997: Start der Zubehörproduktion
    Im Jahr 1997 wurden die ersten Gehstöcke durch die finnische Firma Exel produziert. Ich gehe davon aus, dass die Sportler zuvor Skistöcke verwendet haben.
  • 1999: Offizielle Benennung
    Erst ab dem Jahr 1999 wurde die Sportart offiziell als Nordic Walking bezeichnet.