Zeckenbiss beim Nordic Walking: Was solltest Du tun? Wie in Zukunft vermeiden?

Zeckenbiss beim Nordic Walking: Was solltest Du tun? Wie in Zukunft vermeiden?

Was ist zu tun, wenn Du Dir einen Zeckenbiss eingefangen hast? Wie kannst Du so etwas in Zukunft vermeiden? (Quelle: KPixMining/shutterstock.com)

Die meisten Menschen bevorzugen beim Nordic Walking Strecken, die möglichst naturnahe sind. Dabei geht es über Waldwege, bewachsene Pfade oder auch am hohen Gras vorbei. Schnell ist es passiert, dass Du Dir dabei einen Zeckenbiss einfängst.

In diesem Artikel zeige ich Dir deshalb, was bei einem Zeckenbiss zu tun ist und wie Du das Risiko eines Bisses in Zukunft minimierst. Am Ende stelle ich Dir noch einige allgemeine Informationen über Zecken bereit, wenn Du Dich auch dafür interessierst.

Wie erkennt man einen Zeckenbiss?

Ein Zeckenbiss macht sich meist dadurch bemerkbar, dass es juckt. An der betroffenen Stelle sitzt dann ein dunkler Punkt, der sich bei genauem Hinsehen als Zecke entpuppt. Um den Punkt herum ist die Haut in der Regel gerötet und leicht erhoben – so wie bei einem Mückenstich.

Wenn sich die Rötung einstellt und die Einbissstelle zu jucken beginnt, bist Du wahrscheinlich schon längst von Deinem Nordic Walking Ausflug zurückgekehrt. Es dauert nämlich immer eine Zeitlang, bis die Zecke eine geeignete Stelle gefunden hat, wo sie zubeißt.

Nicht immer juckt die betroffene Stelle. In einigen Fällen bemerkst Du die Zecke gar nicht. Deshalb ist es wichtig, den Körper nach dem Nordic Walking gründlich nach den kleinen Quälgeistern abzusuchen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Aktivitäten in der Natur.

An diesen Stellen fühlt sich die Zecke am wohlsten

Es gibt einige Körperstellen, die für die Zecke besonders interessant sind. Hier ist die Haut dünn, warm, gut durchblutet, etwas feucht und somit ideal für eine zünftige Blutmahlzeit.

Zecken beißen sich bevorzugt an folgenden Stellen fest:

  • Kniekehle
  • Hals und Nacken
  • Bauchnabel
  • Achsel
  • Genitalien
  • Brust

Natürlich kann eine Zecke grundsätzlich überall zubeißen – so auch am Rücken, am Kopf oder am Bauch. Besonders tückisch sind stark behaarte Stellen, da die Zecke dort kaum zu identifizieren ist.

Schon gewusst? Bei Kindern stechen die Zecken bevorzugt in den Kopf und in den Brustbereich.

Was kann man tun, um die Zecke loszuwerden?

Hat sich eine Zecke in Deiner Haut festgebissen, solltest Du sie so schnell wie möglich entfernen. Du brauchst dafür eine Pinzette, eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte. Du greifst die Zecke damit vorsichtig zwischen Haut und Kopf und ziehst sie mit gleichmäßigem Druck heraus.

Manchmal sitzen die Zecken sehr tief in der Haut, so dass Du nur das Hinterteil erwischst. Die Zecke reißt ab und Teile des Kopfes oder der Mundwerkzeuge verbleiben in der Haut. Meistens stößt Dein Körper diese Teile allerdings von selbst ab und die Wunde verheilt von alleine.

In seltenen Fällen entzündet sich die Stelle. Ist dies der Fall, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er hilft Dir dann dabei, die Überreste der Zecke aus Deiner Haut zu entfernen.

Nach der Entfernung der Zecke solltest Du die Einstichstelle desinfizieren oder gründlich mit Seife waschen.

Achtung: Früher war es üblich, Zecken mit Öl zu beträufeln oder herauszudrehen. Auch flüssigen Klebstoff hat man gerne verwendet. Heute raten viele Experten davon ab, weil das die Zecke unnötig stresst und sie daraufhin mehr Speichel in die Wunde abgibt.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Ein Zeckenbiss ist nicht nur unangenehm, er birgt auch ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko. Ist ein Wirtstier infiziert, dann überträgt die Zecke den Erreger mit ihrem Speichel im schlimmsten Fall auf den Folgewirt – also auf Dich.

Im Folgenden stelle ich Dir die beiden Krankheiten FSME und Borreliose etwas näher vor. Beides sind Krankheiten, die nicht selten durch einen Zeckenbiss übertragen werden.

FSME

FSME ist die Abkürzung für die Frühsommer-Meningoenzephalitits. Das ist eine Viruserkrankung, deren Symptome sich etwa fünf Tage, seltener nach 2 Tagen oder auch erst nach drei bis vier Wochen nach der Infektion zeigen.

Es handelt sich dabei um eine potenziell tödliche Hirnhautentzündung mit folgenden Symptomen:

  • Fieber
  • Steifer Nacken
  • Kopfschmerzen
  • Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Bewusstseinsstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Psychische Veränderungen
  • Sprachstörungen

Borreliose

Die Borreliose ist hingegen eine bakterielle Infektion. Bis zum Ausbruch der Krankheit können Tage, Wochen oder Monate vergehen.

Folgende Symptome sprechen für eine Borrelieninfektion:

  • Wanderröte
  • Gelenk- und Gliederschmerzen
  • Entzündungen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Apathie
  • Herz- und Kreislaufprobleme
  • Schmerzende, trockene Haut
  • Gesichtslähmungen

Das charakteristischste Merkmal der Borreliose ist die Wanderröte. Um die Einstichstelle herum bildet sich ein roter Kreis, der sich langsam weiter ausbreitet. Die Wanderröte tritt nicht bei jeder Borrelieninfektion auf, ist aber ein sicheres Zeichen für diese Erkrankung.

Merke: Je länger die Zecke in Deiner Haut steckt, desto größer ist das Infektionsrisiko. Es ist deshalb wichtig, den Blutsauger so schnell wie möglich zu entdecken und zu entfernen. Das Infektionsrisiko für Borrelien ist nach einer Saugzeit von 24 Stunden deutlich erhöht.

Folgeerkrankungen

Die Borreliose nimmt häufig einen chronischen Verlauf. Die Neuro-Borreliose schädigt das Nervensystem dauerhaft. Die Patienten leiden im schlimmsten Fall ein Leben lang unter chronischen Entzündungen, Seh-, Geh- und Sprechstörungen, Konzentrationsschwäche, Lähmungen, Schmerzen oder Taubheitsgefühlen.

Was hilft gegen die Borreliose?

Im Anfangsstadium lässt sich die Borreliose gut mit Antibiotika bekämpfen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Du die Krankheit rechtzeitig erkennst.

Gibt es eine Impfung gegen diese Krankheiten?

Du kannst Dich gegen FSME impfen lassen. Gegen Borreliose gibt es leider keinen Impfstoff. Die FSME-Impfung wird in Risikogebieten empfohlen.

Sie bietet einen 96-prozentigen Schutz und verläuft in mehreren Schritten. Nach der dritten Spritze ist die Grundimmunisierung nach etwa fünf bis zwölf Monaten abgeschlossen.

Vorbeugung: Wie lassen sich Zeckenbisse in Zukunft verhindern?

Das Beste ist natürlich, wenn sich die Zecke erst gar nicht an Dir festbeißt. Schon beim Nordic Walking ist es möglich, einem Biss vorzubeugen.

Trägst Du kurze Hosen, dann solltest Du immer wieder mal eine kurze Pause machen und überprüfen, dass keine Zecken auf Dir herumkrabbeln.

Wenn Du beim Nordic Walking immer wieder mal durch hohes Gras läufst, dann solltest Du lange Hosen tragen. Das ist in der Praxis natürlich nur möglich, wenn es nicht zu warm ist.

Alternativ dazu ziehst Du die Socken über die Hosenbeine, damit die Zecken nicht an Deine Haut kommen. Meistens krabbeln die Zecken von den Füßen nach oben.

Noch ein zusätzlicher Tipp: Auf heller Kleidung erkennst Du die Zecken besser als auf dunkler.

Gibt es eine spezielle Kleidung gegen Zecken?

Die gibt es tatsächlich! Allerdings handelt es sich dabei um Spezialkleidung für Förster, Waldarbeiter und Soldaten. In die Stofffasern ist das Biozid Permethrin eingearbeitet. Selbst nach mehreren Waschgängen bleibt die Substanz wirksam.

Wichtig: Kleidung sicher aufbewahren

Warst Du in einem Zeckengebiet unterwegs, dann ist es sinnvoll, die Kleidung bei 60 Grad zu waschen. Niedrigere Temperaturen überleben die Tiere in der Regel problemlos.

Da die Zecke bis zum Finden einer geeigneten Stelle mehrere Stunden auf dem Stoff umherkriecht, ist die Kleidung womöglich kontaminiert.

Aus diesem Grund solltest Du die Nordic Walking Kleidung nie in Deinem Schlafzimmer aufbewahren. Die Zecken legen schnell Distanzen von mehreren Metern zurück und finden Dich womöglich in Deinem Bett.

Mittel gegen Zecken

Im Handel sind verschiedene Mittel gegen Zecken im Umlauf. Diese sind zum Auftragen auf die Haut oder als Spray erhältlich und sollen die Blutsauger fernhalten. Diese heißen in der Fachsprache Repellentien.

Es gibt neben den chemischen Produkten auch solche, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren. Dazu gehören zum Beispiel ätherische Öle wie Eukalyptus-, Zedern-, Schwarzkümmel-, Thymian- und Lavendelöl sowie Zitronella.

Was ist eine Zecke überhaupt?

Zecken sind blutsaugende Milben, die sich mit ihren Beißwerkzeugen in Deine Haut bohren. Sie befallen Wirbeltiere, also nicht nur Menschen und Hunde, sondern auch Reptilien und Vögel.

Eine Zecke kann winzig klein sein, aber auch bis zur Erbsengröße anschwellen, wenn sie genügend Blut gesaugt hat. Hat eine Zecke Erbsengröße erreicht, dann ist sie satt und fällt bald ab. Am kleinsten sind die Zeckenlarven, gefolgt von den Nymphen – dem zweiten Entwicklungsstadium einer jungen Zecke.

Die Nymphen sind nur etwa 1,2 mal 0,85 Millimeter groß und hell gefärbt. Deshalb siehst du sie oft nicht. Sie bleiben unbemerkt. Doch gerade die unbemerkten Zeckenbisse sind gefährlich, denn auch die Nymphen sind Krankheitsüberträger.

Noch kleiner als die Nymphe ist die Larve. Sie ist nur etwa einen halben Millimeter groß und sucht sich zumeist eine Maus oder ein anderes Kleintier für ihre zwei- bis dreitägige Blutmahlzeit aus. Nach der Häutung schlüpft sie als Nymphe aus ihrer Hülle und sucht sich ein entsprechend größeres Opfer, zum Beispiel eine Katze oder einen Menschen.

Welche Zecken saugen Blut?

Bei den Bremsen und Stechmücken saugen nur die Weibchen Blut. Bei den Zecken ist das anders. Sowohl Männchen als auch Weibchen ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Allerdings stirbt das Männchen nach der Paarung, während sich das Weibchen richtig vollsaugt, um ihre Brut zu ernähren.

Die erbsengroßen Zecken sind deshalb immer weiblich. Sie lassen sich nach der Mahlzeit fallen und legen mehrere Tausend Eier. Danach stirbt das Weibchen.

Wie kommt es zum Zeckenbiss?

Zecken leben vorwiegend im Unterholz, im hohen Gras und auf niedrigen Sträuchern. Sie lauern ihren Opfern dort auf. Beim Vorbeigehen fängst Du Dir die Zecke ein, die zuerst noch eine Weile auf Dir herumkrabbelt. Nach einiger Zeit hat die Zecke eine geeignete Stelle gefunden und beißt zu.

Wie erkennt mich die Zecke?

Nähert sich ein Wirt, dann geht die Zecke in die sogenannte Lauerstellung. Sie streckt dabei das vordere Beinpaar nach vorne, während sie sich mit dem hinteren Beinpaar an ihrer Umgebung festhält. Im letzten Schritt heftet sie sich an ihren Wirt an.

Um Dich beim Nordic Walking als mögliches Opfer zu erkennen, benutzt die Zecke ihr so genanntes Haller-Organ. Dabei handelt es sich um einen mit Sinnesborsten ausgestatteten grubenförmigen Chemorezeptor. Die Zecke nimmt verschiedene Stoffe wahr, die Du beim Schwitzen oder Ausatmen in die Luft abgibst. Dabei handelt es sich um:

  • Kohlendioxid
  • Milchsäure
  • Buttersäure
  • Ammoniak

Außerdem reagiert die Zecke auf Lichtveränderungen und Vibrationen, die sie wahrnimmt, wenn sich ein Opfer nähert. Es ist also fast unmöglich, sich vor einer Zecke zu verstecken. Sie erkennt dich fast immer.

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2020