Warum ist Muskelkater am zweiten Tag häufig schlimmer als am ersten Tag?

Warum ist Muskelkater am zweiten Tag häufig schlimmer als am ersten Tag?

Nach einem intensiven Training ist der Muskelkater am zweiten Tag häufig schlimmer als am ersten. Ich zeige Dir, warum das so ist. (Quelle: fizkes/shutterstock.com)

Wer häufig Gewichte stemmt, der kennt das Problem mit Sicherheit: Am ersten Tag nach dem Training fühlt man sich noch relativ fit, am zweiten Tag kann man sich kaum noch bewegen. Der Grund: Der Muskelkater hat zugeschlagen. Das kann natürlich auch nach einer ausgedehnten Nordic Walking Session passieren.

Aber warum ist das überhaupt so? Warum ist Muskelkater am zweiten Tag häufig deutlich schlimmer als am ersten? Ich zeige Dir die verschiedenen Phasen des Muskelkaters und erkläre Dir anhand dessen, warum das so ist.

Die 4 Phasen eines Muskelkaters

Ein Muskelkater lässt sich grundsätzlich in vier verschiedene Phasen unterteilen. Anhand dieser Phasen wird deutlich, warum der Muskelkater nicht direkt nach dem Training, sondern erst einige Zeit später auftritt:

  • 1. Training
    Beim Training selbst merkt man noch gar nichts vom Muskelkater. Wenn doch Schmerzen auftreten, handelt es sich normalerweise um Ermüdungsschmerzen. Während des Trainings entstehen durch die Belastung Mikrorisse in den Muskeln, die die grundsätzliche Ursache des Problems darstellen.
  • 2. Entstehung von Ödemen und Entzündungen
    Nach dem Training dringt durch die entstandenen Risse Wasser in die beschädigten Muskeln ein. Daraus entstehen sogenannte Ödeme – also Wassereinlagerungen. Die Folge: Der Muskel schwillt an. Davon merkst Du allerdings noch nichts, da Muskeln über keine Schmerzrezeptoren verfügen.
  • 3. Abbau von Entzündungsstoffen
    Während der Reparatur der beschädigten Muskeln spült der Körper Abbauprodukte der Entzündung heraus. Diesen Vorgang bemerken unsere Nervenenden, die sich außerhalb der Muskeln befinden. Die Folge: Wir leiden unter Schmerzen – dem sogenannten Muskelkater. Das ist ab etwa 12 bis 24 Stunden nach dem Training der Fall.
  • 4. Heilung
    Hat der Körper die Entzündungsstoffe abgebaut und die Risse im Muskel repariert, kannst Du wieder voll durchstarten. Der Muskel ist nun stärker als zuvor – Du solltest bei der gleichen Belastung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einen weiteren Muskelkater erleben. Außer natürlich, Du erhöhst weiter die Intensität, was bei ambitionierten Sportlern immer das Ziel sein sollte.

Warum ist Muskelkater am zweiten Tag häufig am schlimmsten?

Die Antwort auf diese Frage ist die zeitliche Verzögerung, mit denen die Schmerzen auftreten. Dein Körper braucht ein wenig Zeit, um die Stoffwechselprozesse in Gang zu bringen und den Muskel zu reparieren. Bei den meisten Menschen werden die Abbauprodukte der Entzündung insbesondere am zweiten Tag abgebaut, was den Schmerz erklärt.

Das heißt aber nicht, dass Muskelkater zwangsläufig am zweiten Tag am schlimmsten sein muss. Letztendlich hängt dabei viel von der Intensität Deines Trainings und Deinen körperlichen Voraussetzungen ab. Jeder Körper ist anders.

Ebenfalls möglich: Es kann passieren, dass der Muskelkater allgemein erst am zweiten Tag auftritt und Du am ersten Tag noch Deine Ruhe hast. Ich denke, das passiert vor allem dann häufig, wenn Du am Abend oder sogar erst in der Nacht trainierst.

Wie lange kann ein Muskelkater anhalten?

Du weißt nun, dass der Muskelkater frühestens nach 12 Stunden und spätestens nach 24 Stunden auftritt. Aber wie lange hält er im schlimmsten Fall an?

Bei extremen Belastungen kann ein Muskelkater sogar bis zu sieben Tage anhalten. Das ist bei normalen Menschen jedoch nicht der Fall. Meiner Erfahrung nach ist der Muskelkater am zweiten Tag am schlimmsten. War das Training hart, merkst Du eventuell am dritten oder vierten Tag noch etwas davon. Das sollte bei Nordic Walking jedoch nicht der Fall sein, sondern eher beim Krafttraining.

Fazit: Warum ist Muskelkater am zweiten Tag am schlimmsten?

Nach einem ausgedehnten Training ist der Muskelkater häufig am zweiten Tag am heftigsten. Der Grund dafür ist die zeitliche Verzögerung, mit der die Abbauprodukte des Stoffwechsels auf die Nervenenden treffen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 09. März 2021 aktualisiert.
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